Im Rahmen einer besonderen Schulveranstaltung durften wir in diesem Jahr einen spannenden Reisevortrag von Jan Ritter erleben. Der Grazer hat im Frühjahr 2025 ein außergewöhnliches Abenteuer begonnen: Mit dem Fahrrad machte er sich auf den Weg von Österreich bis nach Zentralasien. Rund 8.500 Kilometer legte er dabei zurück und fuhr über den Balkan, durch die Türkei und den Nahen Osten bis schließlich nach Usbekistan. Seine Reise dauerte von März bis Dezember 2025.
In seinem Vortrag nahm uns Jan Ritter mit auf diese lange Reise und berichtete von zahlreichen Eindrücken, Begegnungen und Herausforderungen. Besonders betonte er, dass er eigentlich kein professioneller Radfahrer sei. Die größte Hürde sei für ihn deshalb nicht eine bestimmte Etappe gewesen, sondern der Moment, überhaupt loszufahren. Sobald er jedoch unterwegs gewesen sei, habe sich Schritt für Schritt ein neues Gefühl von Freiheit entwickelt.
Ein Großteil der Reise führte ihn durch beeindruckende Landschaften, aber auch durch Regionen, die politisch und kulturell sehr unterschiedlich sind. Ritter reiste meist alleine und hatte nur das Nötigste dabei: Fahrrad, Zelt, Schlafsack und einige persönliche Dinge. Oft übernachtete er unterwegs in seinem Zelt, manchmal aber auch bei Einheimischen, die ihn spontan einluden. Gerade diese Begegnungen mit Menschen aus verschiedensten Kulturen gehörten laut Ritter zu den schönsten Erfahrungen seiner Reise.
Immer wieder war er mehrere Tage alleine unterwegs, doch in größeren Städten traf er gelegentlich Freunde, die ihn für einige Zeit begleiteten. Besonders eindrucksvoll schilderte er beispielsweise seine Tage in Istanbul, wo er gemeinsam mit Freunden eine Pause einlegte.
Natürlich verlief die Reise nicht immer problemlos. Ritter berichtete auch von schwierigen Momenten, etwa von Begegnungen mit bewaffneten Gruppen oder Kontrollen durch die Taliban, die ihn anhielten und wissen wollten, warum er allein mit dem Fahrrad unterwegs sei. Zudem erlebte er politische Spannungen aus nächster Nähe, etwa während des Israel-Iran-Konflikts, dessen Folgen er während seiner Zeit im Iran spürte.
Trotz aller Schwierigkeiten blieb ihm vor allem eines in Erinnerung: die große Gastfreundschaft der Menschen, die er unterwegs traf. Sein Vortrag zeigte eindrucksvoll, dass Reisen nicht nur neue Orte erschließt, sondern vor allem Begegnungen ermöglicht und den eigenen Blick auf die Welt verändert.
Victoria Carrié, 7C