In den Sommerferien fuhren wir nach Brescia in die Kirche der Hl. Angela. Dort angekommen wurden wir von einer Frau, die Mitglied der geweihten Frauen der Gemeinschaft der Hl. Angela ist, empfangen. Sie erzählte uns etwas über die Geschichte der Hl. Angela Merici und der Kirche. Die Kirche wurde ungefähr im 4. Jahrhundert erbaut und im 12. Jahrhundert erweitert. Im 16. Jahrhundert wurde eine neuere, größere Oberkirche über der alten Kirche errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche fast vollständig zerbombt. Als sie wieder neu aufgebaut wurde, entdeckte man im Erdreich unter der Kirche Knochen von Märtyrern (Menschen, die aufgrund ihres Glaubens getötet wurden).
Unsere Führerin zeigte uns das exklusive Angela Merici-Museum. Sie führte uns in den früheren Schlafraum von Angela und erklärte, dass sie sehr sparsam lebte, wenig aß, viel betete und auf einer Leinenmatte mit einem Holzstück als Kissen schlief. Viele Menschen kamen von weit her, um mit ihr zu sprechen und nach ihrem Rat zu fragen. Angela war eine sehr gläubige Frau, die Gott blind vertraute. Darum gründete sie 1535 die Gemeinschaft geweihter Frauen, die bedürftigen Menschen half. Sie trat sogar eine Reise zum Papst nach Rom an, was zur damaligen Zeit sehr beschwerlich war und sehr lange dauerte. Aus diesem Grund wird die heilige Angela auf Abbildungen oft mit einem Wanderstab in der Hand und einem Leinenbeutel dargestellt.
Als Angela 1540 verstarb, wurde ihr Leichnam für 30 Tage in der Unterkirche aufgebahrt, damit sich alle Menschen von ihr verabschieden konnten. Angeblich soll sie nach den 30 Tagen so ausgesehen haben, als wäre sie gerade erst gestorben und soll nach Rosen geduftet haben. Ihr Leichnam wurde in einem gläsernen Sarg aufbewahrt, welchen man auch heute noch in der Kirche der Hl. Angela in Brescia besuchen kann. Zurück blieb der Orden der Ursulinen, welcher nach Angelas Vorbild Ursula benannt wurde.
Johanna und Emma-Valentina , 2E