Unser Abêlana-Projekt für Kinder der San in Botswana stand in diesem Schuljahr besonders im Fokus. Zur Erinnerung: Projektpartnerinnen sind zwei Ursulinen-Schwestern in Serowe, Botswana. An die 200 Kinder und Jugendliche der San werden durch unser Projekt betreut. Sie bekommen täglich vor der Schule eine warme Mahlzeit und erhalten Schuluniformen, Schuhe und Schulsachen, ohne die ein Schulbesuch gar nicht erlaubt wäre. Bildung ist aber die einzige Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Kinder der San, deshalb brauchen sie jede nur mögliche Unterstützung, um in die Schule zu gehen. Zusätzlich wird das Spendengeld für Nahrung, Hygieneartikel, warme Decken und Schlafsäcke für die kalten Winternächte, Arztbesuche und andere wichtige Dinge des täglichen Lebens verwendet.
Nach dem Benefizlauf im Oktober, bei dem uns auch die Schüler:innen der Volksschule verstärkten und der ein Rekordergebnis von 20.000 € erbrachte, reichten wir das Projekt für den FairYoungStyria-Preis ein. Diesen Preis gibt es seit fünf Jahren, und unsere Schule konnte ihn bereits zum zweiten Mal gewinnen: Nach dem Projekt für die Casa ASOL in Guatemala wurde nun auch unser Abêlana-Projekt ausgezeichnet.
Bei der Preisverleihung präsentierten Theresa Auer und Katharina Bocskay aus der 4A das Projekt in Anwesenheit von Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und Frau Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner. Moritz Kalbitzer und Ferdinand Werner, 4C, unterstützten sie mit der Präsentation von handgemachten Gegenständen der San. Die Atmosphäre im Weißen Saal der Burg, die Vorstellung vieler unterschiedlicher Projekte und natürlich der Gewinn des Preises waren eine schöne, beeindruckende Erfahrung für die teilnehmenden Schüler:innen. Doch diese Veranstaltung war eigentlich erst der Startschuss für die weiteren Aktivitäten bezüglich unseres Projektes. Die 4A und die 4C beschäftigten sich, begleitet von Prof.in Hulatsch-Pietsch, Prof. in Deisl, Prof. Sonnleitner und Prof. Lattacher, intensiv mit der Kultur, der Geschichte und den aktuellen Lebensumständen der San sowie den geografischen und politischen Gegebenheiten in Botswana. Dazu kam ein Workshop der Katholischen Frauenbewegung zum Thema „Power over our food“, in dem die Situation hier in Österreich mit jener in Ländern im globalen Süden verglichen wurde. Elisa Bignetti, eine Lehrerin der MS Ursulinen, die vor zwei Jahren für neun Monate in Botswana unser Projekt mitbetreute, kam und erzählte, wie sie das Leben der Kinder und Jugendlichen der San erlebte. Besonders bedrückend war zum Beispiel die Tatsache, dass die Kinder Ferien gar nicht so gerne haben, weil da die Schulmahlzeiten wegfallen und sie in diesen Wochen hungern. Elisa erzählte, dass die Schwestern in den Ferien immer wieder Gruppen von Kindern zu Workshops einladen, wo es dann auch Essen für sie gibt. Auch, dass die Kinder von den Lehrer:innen geschlagen werden, wenn sie nicht sauber in die Schule kommen (fast ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man die Bilder der staubigen Wege in der Kalahari – oder, in der Regenzeit, des Schlammes – sieht!) oder wenn sie zu spät dran sind (für den Schulweg brauchen manche Kinder bis zu drei Stunden!), hat uns sehr beschäftigt. Als die Schwestern und Elisa diesbezüglich das Gespräch mit der Lehrerin suchten, hieß es einfach: „This is Africa, this is how we do it.“ Die San werden auch von den anderen Kindern in Botswana ausgegrenzt und verachtet. Es ist sicher nicht einfach für sie, in der Schule zurechtzukommen! Die San haben keine Häuser, sondern nur selbstgebaute „Hütten“, die aus ein paar Ästen, Gras, Lehm und manches Mal Plastik oder Metallteilen bestehen. Im Winter, wenn die Temperaturen unter null Grad sinken, besteht die Gefahr, dass Kinder erfrieren. Für uns ist das alles unvorstellbar! Wir hatten auch Videokontakt zu Ronja Amulum, die im vergangenen Schuljahr bei uns in Graz maturierte und während unserer Projekttage gerade einen sozialen Einsatz in Botswana absolvierte. Sie schilderte, wie sehr die San auf unsere Spenden angewiesen sind, und erzählte, wie sinnvoll und wichtig unser Projekt sei. Zuletzt erstellten die teilnehmenden Klassen ein Video, das unser Abêlana-Projekt beschreibt, und zwei animierte Videos über Botswana und die San.
Wir hoffen, dass wir diese sinnvolle Aktion auch in Zukunft weiterführen können und dass durch eine Weiterentwicklung des Projektes noch vielen Kindern und Jugendlichen der San ein Weg in eine bessere Zukunft eröffnet werden kann!
Theresa Auer, 4A und Sr. Anna Kurz